Bernstein Forschung

Die Forschung zum Bitterfelder Bernstein lebt.

Bitterfelder Bernstein, erstmals erwähnt 1756, hat eine lange und interessante Geschichte. Die ersten Funde wurden im Jahr 1848 erwähnt. Die wirtschaftliche Nutzung des Bernsteins aus Bitterfeld begann aber erst gegen Ende des 19. Jahrhundert.
Am Anfang der 80er Jahre wurde durch den VEB Braunkohle mit dem industriellen Abbau begonnen (30 bis 50 Tonnen im Jahr), bei dem zur Verwendung der größte Teil für industrielle Anwendungen eingeschmolzen wurde. Der restliche Teil wurde für medizinische Zwecke wie zum Beispiel Salben für Hautleiden, als Pulver zum Trinken bei Nervenleiden, Rheuma, Lungenentzündung und vieles mehr genutzt. Es gibt viele Leute, die behaupten, dass Bernstein schon allein als Kette eine heilende Wirkung haben soll. Helfen soll es zum Beispiel gegen Nervosität, Kropfbildung, Gicht, Malaria, bei Bauchschmerzen, Nierensteinen, Blutungen und Impotenz. Der Placebo-Effekt erzielt auch hier sicher einige Wirkung. In der Elektronik ist Bernstein wegen seines hohen Widerstandes sehr geschätzt, da dieser viel höher als Porzellan oder Bakelit ist.
Ein sehr geringer Teil wurde zur Schmuckherstellung verwendet, da nur ca. 10% der geförderten Bernsteinmenge Schmuckqualität besitzt. Das Bernstein aus Bitterfeld bietet dabei ein breites Farbspektrum von Schwarz über Braun, Gelb, Orange bis zum reinen Weiß. Auch grünliche, violette und rötliche Varianten. Auch der VEB Ostseeschmuck Ribnitz-Damgarten wurde damals mit schmuckfähigem Bernstein beliefert.
Am 31. März 1993 schließlich wird die Bernsteingewinnung eingestellt.
Die neuesten Erkenntnisse ergaben, dass Bitterfelder Bernstein kein Miozäner (ca. 20 Millionen Jahre) Bernstein ist, sondern dass die Fauna mit dem des eozänen Baltischen Bernsteins (ca. 40 Millionen Jahre) übereinstimmt. Im Miozän herrschte ein viel kälteres Klima als im Eozän mit seinem subtropischen Klima. Es wäre undenkbar, dass viele identische Arten in miozänem und eozänem Bernsteinen vorkommen.

Gegenstand der heutigen Forschung ist zum einen die Geschichte des Bitterfelder Bernsteins, aber auch eine kritische Auseinandersetzung über die Bitterfelder Bernsteinarten.

Der "Arbeitskreis Bernstein" vereint Bernsteinfreunde aus aller Welt: http://www.arbeitskreis-bernstein.eu.

Quellen: Ganzelewski, Michael. Bernstein - Tränen der Götter. Essen: Verl. Glückauf, 1997